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Milliarden, nur um die Lokomotivführer abzuschaffen

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 06.11.2015

„Wir wollen nicht nach der Autoindustrie beginnen, sondern schon früher“, so der DB-Vorstandvorsitzende Rüdiger Grube gestern zur Zeitung ‚Die Welt‘ zum Thema führerlose Züge. Früher, das müsste dann vor 2020 sein, denn bis dahin plant die Autoindustrie das autonome Fahren auf Autobahnen.

Hausgemachte Probleme verhindern pünktliche, gute Züge

Die DB klagt über Gewinneinbrüche und Umsatzrückgang. Sie baut Einsatzstellen ab und reduziert Personal. Weselsky: „Die Zugbegleiter müssen von Pontius zu Pilatus laufen, nur damit sie vernünftige Handschuhe bekommen. Hinzu kommen die vier klassischen Feinde der DB: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Von den Klimaanlagen, die keine Hitze vertragen, über das Laub bis zum Schnee. All diese meist hausgemachten Probleme verhindern seit Jahren das, was der Kunde will: pünktliche, gute Züge. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.“

Löhne der Lokomotivführer könnten für Jahrzehnte gezahlt werden

Vielmehr werden Milliarden ausgegeben, nur um die Lokomotivführer abzuschaffen. Für die Entwicklung und die Anschaffung führerloser Züge könnten die Löhne der Lokomotivführer über Jahrzehnte gezahlt werden. Die DB spricht übrigens von „fahrerlosen“ Zügen. Lokomotivführer sind jedoch keine „Lokomotivfahrer“. Und dass die neue Technik im Mischbetrieb auf deutschen Schienen wirklich pünktlichere Züge bringt, hat noch kein Land bewiesen.

Unverzichtbare Aushängeschilder für den sicheren und menschenzugewandten Zugverkehr

Erklärte DB-Personalchef Ulrich Weber noch während des GDL-Streiks: „Lokführer sind für die Deutsche Bahn unverzichtbare Aushängeschilder für den sicheren und menschenzugewandten Zugverkehr“, sieht Herr Grube das ganz anders. Die Zugausfälle und Verspätungen des Arbeitskampfes hätten eine halbe Milliarde Euro gekostet. Die GDL bezweifelt diese Summe nicht. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „420 Stunden Arbeitskampf mögen teuer gewesen sein. Sie waren für die DB so unnötig wie ein Kropf, denn das jetzige Tarifergebnis hätte sie ohne einen einzigen Streiktag bekommen können.“ Die GDL fordert die DB auf, statt mit Unsummen führerlose Züge voranzutreiben, vernünftig in die Schiene zu investieren. Weselsky: „Die Kunden werden es danken. Und die DB sollte sich nicht zu früh über eine GDL ohne Lokomotivführer freuen, denn selbst die Autoindustrie sieht bei den fahrerlosen Transportsystemen noch lange einen LKW-Fahrer auf dem Laster, der bei Problemen eingreifen kann.“

Die Kunden wollen einen Lokomotivführer vorne wissen

Fahrerlose Züge werden auf abgegrenzten Systemen vermutlich irgendwann kommen. GDL-Bundesvorsitzender: „Aber selbst dann wollen die Kunden und das Zugpersonal ausgereifte Züge, die nicht bei jedem Huster in die Knie gehen und da sind die Luftschlösser von Herrn Grube ‚wir sind schneller als die Autoindustrie‘ der völlig falsche Weg.“ Und eines sollte Herr Grube noch beachten: Weselsky: „Die Kunden wollen einen Lokomotivführer vorne wissen.“

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