TV-N Bayern: Tarifverhandlungen unterbrochenTelegramm - 29.07.2010
In der dritten Runde der Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag für die Beschäftigten im bayerischen Nahverkehr (TV-N Bayern) am 26. Juli 2010 in München legte der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV Bayern) den Gewerkschaften ein Angebot vor.
Entgegen den Erwartungen handelte es sich dabei um ein abschließendes Angebot, welches ausschließlich eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte in drei Stufen und eine Einmalzahlung bei einer Laufzeit von 24 Monaten vorsah. Zu den durch die Gewerkschaften aufgestellten Mantelforderungen wurde arbeitgeberseitig kein Angebot vorgelegt. Diese Forderungen, so die Arbeitgeber, seien schlichtweg nicht erfüllbar.
„Dieses Angebot ist vollkommen unzureichend!“, äußerte sich Thomas Gelling, Verhandlungsführer und Stellvertretender Vorsitzender der dbb tarifunion, nach den Verhandlungen. „Unsere wichtigste Forderung nach Verbesserungen bei der Umsetzung der Wochenarbeitszeit und der Arbeitsbedingungen der Kollegen wurde einfach ignoriert. Unter diesem Gesichtspunkt und im Hinblick auf die Blockadehaltung der Arbeitgeber war das Angebot abzulehnen und die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit zu unterbrechen.“
Termine für weitere Verhandlungen wurden nicht vereinbart. „Die Arbeitgeber haben nun 14 Tage Zeit, ihre Position zu überdenken und das Angebot in den entscheidenden Mantelforderungen nachzubessern. Sollte es innerhalb dieser Zeitspanne zu keiner Bewegung auf der Arbeitgeberseite kommen, werden wir Maßnahmen in den Betrieben ergreifen, um unseren Forderungen intensiv Nachdruck zu verleihen“, so Gelling nach Unterbrechung der Verhandlungen. Er betonte jedoch, dass die dbb tarifunion auch weiterhin konstruktiven Angeboten und Verhandlungen offen gegenübersteht, die die Belange der Beschäftigten angemessen berücksichtigen.