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Mit der gemeinsam aufgelegten „Belastungsstudie 2017 Triebfahrzeugführer“ geben die Geschäftsführung und der EVG-geführte Gesamtbetriebsrat bei DB Cargo vor, sich ein Bild über die Arbeitsbelastung der Güterverkehrslokomotivführer machen zu wollen. Gleichzeitig versuchen sie, entgegen der abgeschlossenen GDL-Tarifverträge, die seit Jahren von ihnen betriebene Hyperflexibilisierung zu zementieren! Die EVG zeigt sich von dem Projekt begeistert und ruft in einem Aushang zur Beteiligung an der wissenschaftlich begleiteten Mogelpackung auf. ... mehr

Deutsche Bahn

Kernziele erreicht - Mehr Planungssicherheit für das Zugpersonal, Berufe werden aufgewertet

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 10.03.2017

Mission erfüllt: In Berlin verkündeten die Schlichter die erfolgreiche Einigung in der Tarifauseinandersetzung zwischen der GDL und der DB. V. l.: GDL-Bundesvor-sitzender Claus Weselsky, thüringischer Ministerpräsident Bodo Ramelow, ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident Matthias Platzeck, Leiterin Sozialpolitik und Beschäftigungsbedingungen bei der DB, Sigrid Heudorf. Foto: GDL
Mission erfüllt: In Berlin verkündeten die Schlichter die erfolgreiche Einigung in der Tarifauseinandersetzung zwischen der GDL und der DB. V. l.: GDL-Bundesvor-sitzender Claus Weselsky, thüringischer Ministerpräsident Bodo Ramelow, ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident Matthias Platzeck, Leiterin Sozialpolitik und Beschäftigungsbedingungen bei der DB, Sigrid Heudorf. Foto: GDL

Am 10. März 2017 wurde in Berlin die Schlichtung zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn erfolgreich beendet.

Unter dem Vorsitz des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck konnte die GDL zahlreiche Tarifforderungen durchsetzen, darunter verbesserte Regelungen zur Arbeits- und Ruhezeitverteilung für das Zugpersonal.

Für die Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen bei der DB bedeutet dies vor allem mehr Planungssicherheit und damit eine verbindliche Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit. „Wir sind unter dem Motto ‚Mehr Plan, mehr Leben“ angetreten und haben die damit verknüpften, dringlichen Kernziele erreicht“ so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. „Den Schlichtern ist dafür zu danken, dass damit ein wichtiger Schritt zur Attraktivitätssteigerung der Berufe des Zugpersonals eingeleitet werden konnte.“

Endlich werden auch alle Lokomotivführer in den Transportbereichen gerecht eingruppiert. Zusätzlich zu den verbesserten Arbeits- und Ruhezeitregelungen hat die GDL auch Entgeltverbesserungen für Lokomotivführer und Zugbegleiter umgesetzt.

Erstmals verbindliche Planungsregeln

Die Schlichter und die Tarifvertragsparteien haben gemeinsam festgestellt, dass es bisher keine gesetzliche oder tarifvertragliche Regelung gibt, die einen konkreten Zeitpunkt definiert, ab dem die Arbeitszeit- und damit Freizeitplanung für den Arbeitnehmer verbindlich ist.

„Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung zur Verbesserung der persönlichen Planungssicherheit konnten wir erstmalig für das gesamte Zugpersonal im DB-Konzern verbindliche Planungsregelungen schaffen“, so Weselsky. Erstmals gilt nun im Durchschnitt des Jahres das Prinzip „5 + 2“, das heißt dass Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen nur an durchschnittlich fünf Tagen je Kalenderwoche zu arbeiten und anschließend zwei Tage frei haben. Ab dem 1. Januar 2018 gilt eine Mindestschichtlänge von sechs Stunden.

Die individuelle Planungssicherheit für den Arbeitnehmer wird in drei Schritten hergestellt:

  • im ersten Schritt für seine Jahresplanung mit dem Jahresruhetags- und Urlaubsplan,
  • im zweiten Schritt für seine Monatsplanung durch verbindliche Ruhetage und Ruhezeiten sowie
  • im dritten Schritt für seine Wochenplanung durch eine verbindliche Schichtplanung.

Es wird klargestellt, dass für Teilzeitarbeitnehmer keine Verpflichtung zur Leistung von Mehrarbeit besteht. Damit beendeten die Schlichter eine langjährige Meinungsverschiedenheit zwischen den Tarifvertragsparteien und schufen an dieser Stelle auch für die Teilzeitarbeitnehmer klare Regularien.

Weitere wesentliche Ergebnisse

  • Mit der Veränderung der Struktur der Entgelttabellen für Lokomotivführer und Zugbegleiter wird die Attraktivität der Berufsbilder zukünftig deutlich gesteigert. Dabei profitieren insbesondere jüngere Lokomotivführer und berufserfahrene Zugbegleiter.
  • Die Ungleichbehandlung zwischen Lokrangierführern und Bereitstellungslokomotivführern ist beendet. Lokomotivführer die auf der Strecke fahren, werden nun als Streckenlokomotivführer eingruppiert.
  • Dazu kommt eine allgemeine Erhöhung der Entgelttabellen um 2,5 Prozent ab dem 1. April 2017, mit der sich auch Zulagen erhöhen. Weiterhin erfolgt eine Einmalzahlung in Höhe von 550 Euro. Viele Zulagen werden nochmal ab dem 1. Januar 2018 um 2,62 Prozent erhöht. Die Laufzeit geht bis zum 30. September 2018.
  • Der Tarifvertrag über besondere Bedingungen bei Verlust der Fahrdiensttauglichkeit (FDU-TV) erfasst jetzt auch die Zugbegleiter.
  • Alle GDL-Mitglieder in den Unternehmen der DB können nun Leistungen des FairnessPlan e.V. in Anspruch nehmen.
  • Zu dem umfangreichen Tarifpaket gehört auch der Neuabschluss des NachwuchskräfteTV für Auszubildende. Die dort vereinbarten Verbesserungen steigern die Attraktivität der Ausbildungsberufe zum Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen. Verlängert wird auch die Vereinbarung zur Belastungsreduktion des Zugpersonals aus der Schlichtung 2015. Gleichzeitig sind die dort vereinbarten Maßnahmen Grundlage für ein neues Reporting. In diesem neuen und umfangreichen Programm geht es insbesondere um die Arbeitsbedingungen der Lokomotivführer und Zugbegleiter mit dem Ziel, verbindliche Maßnahmen zu Verbesserungen abzuleiten.

Erneut ein wirkungsvolles Gesamtpaket

„Nach einer sechs Verhandlungen umfassenden Hängepartie und einem umfangreichen Schlichtungsmarathon konnte die GDL erneut ein wirkungsvolles Gesamtpaket für ihre Mitglieder schnüren“, so Weselsky. „Zusätzlich zur Erhöhung der Entgelte und Zulagen muss für die Verbesserung der Planbarkeit, die gesteigerte Attraktivität der Berufe und der Ausbildung zukünftig ein erhebliches Volumen zugunsten des Zugpersonals aufgewendet werden“.

Das Ergebnis der Schlichtung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der GDL-Tarifkommission.

» Pressestatement der Schlichter


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