» Ein hervorragender Tarifabschluss

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist vollbracht: am 9. März 2017 haben wir in Berlin die Tarifverträge mit der DB unterzeichnet. Kurz darauf hat die Bundestarifkommission dem Abschluss einstimmig zugestimmt. Damit ist die Schlichtung erfolgreich beendet und der Tarifkonflikt beigelegt. ... mehr

WestfalenBahn

Ärger steht ins Haus

Aushang Report - GDL Aktuell - 12.04.2017

Es sind keine guten Vorzeichen für die Tarifverhandlungen am 13. April 2017 in Bielefeld, die der Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) der GDL mit seinem Angebot vom 11. April 2017 übersandte. Das Angebot ließ nicht nur viele Forderungen unberücksichtigt, sondern hätte, würde es die GDL akzeptieren, sogar Verschlechterungen zur Folge.

Das betrifft den Zusatzurlaub. Statt der bisherigen Regelungen soll ein Zeitzuschlag von nur zwei Minuten pro Stunde zwischen 22 und 6 Uhr gewährt werden. Für einen Tag Zusatzurlaub müssten dann 240 Nachtstunden geleistet werden. Das dürfte vielen Arbeitnehmern kaum gelingen. Auch die GDL-Forderungen zur Arbeitszeit wurden komplett
abgelehnt. Begründung: Bei der WfB ist alles in Butter und muss deshalb nicht neu geregelt werden. Weiterhin soll aber das Zugpersonal auf Anordnung Überstunden leisten und kann das nicht einmal ablehnen. Auch die Verkürzung des Abrechnungszeitraums von einem Jahr auf einen Monat ist nicht möglich. Es bestehe ja ein „Jahresturnusplan“, so der Arbeitgeber. Dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat und die Jahresarbeitszeit in anderen Unternehmen längst abgeschafft ist, ignoriert er dabei, weil ja sonst seine Begründung nicht mehr tragen würde.

Gänzlich verweigert der AGVDE aber die Übernahme der marktüblichen tarifvertraglichen Regelungen. Stattdessen verlangt er, dass jeder Punkt, beispielsweise der deutlich verbesserte Schutz bei gesundheitsbedingter
Fahrdienstuntauglichkeit, einzig zu Lasten der GDL geregelt wird. Wir ahnen schon, was als Entgegnung kommt: Das kostet ja etwas und muss mit anderen Verbesserungen gegengerechnet werden.

Etwas unklar ist die Position des AGVDE bei der Vergütung für Lokomotivführer. Nach bisheriger Regelung muss die Vergütung zum 1. Januar 2018 auf 100 Prozent angehoben werden. Der Arbeitgeber schreibt aber etwas vom 31. März 2018. Allein der vielleicht etwas naive Glaube der GDL an die Vertragstreue des AGVDE lässt die etwas schwammige
Formulierung im Angebot gerade noch so aussehen, als verfolge er keine Abkehr von dieser Regelung. Unter solchen Vorzeichen könnten die morgigen Tarifverhandlungen sehr schnell beendet werden.

» PDF-Version (farbig)
» PDF-Version (schwarz-weiß für GDL-Vordrucke)


Mehr zum Thema Flächentarifvertrag


Weitere Links und Infos