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Ostdeutsche Eisenbahn

Tarifverhandlungen eröffnet

Aushang Fakten - GDL Aktuell - 12.04.2017

Zäh und ineffektiv – mit diesen Worten lässt sich die Auftaktrunde für die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) am 10. April 2017 in Berlin am besten beschreiben. Obwohl die GDL bereits im Dezember 2016 ihre Forderungen gestellt hat, war der Arbeitgeber nicht in der Lage, eine abschließende Antwort auf die Frage nach der Integration der ODEG in den KoRa-ZugTV Netinera zu geben.

Dabei ist Netinera selbst nicht das Problem und könnte sich die von der GDL angestrebte Lösung durchaus vorstellen. Der andere Gesellschafter hat scheinbar bedeutenderes zu tun als sich mit der Frage der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten eines seiner Tochterunternehmen zu befassen.

Bereits in der vergangenen Tarifrunde Ende 2015 hat die GDL die Forderung nach Absenkung der Arbeitszeit um durchschnittlich eine Wochenstunde aufgestellt. „Plötzlich und unerwartet“ fühlte sich der Arbeitgeber jedoch von dieser Forderung betroffen, lehnte sie ab und vertrat die Meinung, dass eine Arbeitszeitabsenkung doch überhaupt keinen Zweck hätte, zumindest nicht bei der ODEG. Warum? Auch von Lohnerhöhungen kein Wort. Verbesserungen beim Urlaub, Zusatzurlaub, Zulagen und vielen anderen Punkten wurden abgelehnt. An vielen Details zog sich die sechsstündige Auftaktrunde wie Kaugummi über die Zeit und endete schließlich ohne ein einziges Ergebnis. Das ist zwar nicht ungewöhnlich für eine Eröffnungsrunde, jedoch sind andere Arbeitgeber meist deutlich besser vorbereitet.

Aufgrund der bevorstehenden Generalversammlung der GDL vom 8. bis 10. Mai 2017 in Ludwigshafen und der Notwendigkeit, vor der Fortsetzung der Verhandlungen für die ODEG über den KoRa-ZugTV Netinera zu verhandeln, werden die Verhandlungen erst am 22. Mai 2017 in Berlin fortgesetzt. Die GDL erwartet vom Arbeitgeber klare und verbindliche Aussagen zu ihren Forderungen. Einen zweiten „Kaugummi“ wird es auf keinen Fall geben.

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