» Auch in Zukunft unseren Flächentarifvertrag in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen durchsetzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Bundesverfassungsgericht hat das Tarifeinheitsgesetz (TEG) zwar nicht in Bausch und Bogen abgelehnt. Es hat jedoch klargestellt, dass Zwangstarifeinheit nicht mit der Verfassung vereinbar ist. Die Koalitionsfreiheit und das Arbeitskampfrecht von Berufsgewerkschaften werden nicht eingeschränkt. ... mehr

Mainz ist schon seit Langem überall!

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 30.08.2013

Bundesweit gibt es 1 000 Lokomotivführer zu wenig.  Foto: GDL

„Mainz ist schon seit Langem überall!“ Mit diesen Worten geht der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky am 2. September 2013 in die Sitzung des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags nach Berlin.

Unter der Überschrift „Konsequenzen der aktuellen Situation der Deutschen Bahn AG für die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs in Deutschland“ fordert das Parlament Rechenschaft für das Versagen des Managements. Nicht nur Fahrdienstleiter, auch Lokomotivführer und Zugbegleiter fehlen bei der DB. Bundesweit gibt es 1 000 Lokomotivführer zu wenig, alleine bei der DB fehlen 800. „So haben beispielsweise viele unserer Kollegen aus Bayern schon zum Münchner Oktoberfest ihre Jahresarbeitzeit erreicht und müssen trotzdem noch Überstunden machen“, so Weselsky. Im Durchschnitt schleppen die Lokomotivführer 150 Überstunden vor sich her, Jahr für Jahr steigert sich diese Zahl.

Dem Streben nach satten Gewinnen wurde seit der Bahnprivatisierung 1994 alles untergeordnet. Personalabbau stand dabei ganz oben auf der Agenda. Zwar stellt die DB inzwischen – nicht zuletzt auf Druck der GDL – vermehrt Lokomotivführer ein und bildet auch mehr aus, aber sie reagiert viel zu spät und zu kurzsichtig. In den kommenden drei Jahren gehen hier allein altersbedingt mehr als 2.000 Lokomotivführer in den Ruhestand. Die GDL fordert seit Jahren verstärkte Anstrengungen, damit noch mehr Lokomotivführer ausgebildet und eingestellt werden. Deshalb verlangt sie auch in den Verhandlungen zum Zukunfttarifvertrag keine leeren Worthülsen, sondern normative Tarifbestimmungen, um den Betriebsräten bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Weselsky: „Nur wenn kein Personalchaos herrscht und den Schülern die Berufe attraktiv erscheinen, werden sie eine entsprechende Ausbildung absolvieren.“ Die GDL wird jedenfalls alles tun, damit die Löhne und die Arbeitsbedingungen weiter verbessert werden. „Das ist die beste Voraussetzung, um mit einem ehrenwerten Berufsstand auch künftig sicheren und konstanten Eisenbahnverkehr zu gewährleisten“, so der GDL-Bundesvorsitzende.


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